Hirnleistungsfähigkeit und Mikronährstoffstatus

Gehirn

Im Gegensatz zu früheren Ansichten kann heute als gesichert gelten, dass die Funktionsfähigkeit des Gehirns in hohem Maße von der Qualität der Ernährung abhängt. In epidemiologischen Studien an älteren Personen konnte gezeigt werden, dass eine bessere Hirnleistungsfähigkeit mit einer „optimalen Ernährung“ korreliert. Kriterien dieser optimalen Ernährung sind eine geringe Zufuhr an gesättigten Fettsäuren und Cholesterin, eine reiche Aufnahme von Kohlenhydraten, Ballaststoffen, Vitaminen (insbesondere Folsäure, Vitamin C, E und Beta-Carotin) sowie der Spurenelemente Eisen und Zink.

Im Folgenden einige aktuelle Studien zu diesem Thema:

 

Antioxidative Vitamine und Hirnleistungsfähigkeit

Wissenschaftler aus den USA und Großbritannien untersuchten anhand von Daten von 1.251 Studienteilnehmern den möglichen Zusammenhang zwischen antioxidativen Vitaminen und der Hirnleistungsfähigkeit. Das Zusammenwirken zwischen Vitamin E und Carotinoiden war mit einer besseren kognitiven Leistungsfähigkeit assoziiert.

 

Folsäure und Vitamin B12 beeinflussen kognitive Funktionen

US-Wissenschaftler untersuchten bei 1.408 Teilnehmern der Boston Puerto Rican Health Study die Serumkonzentrationen von Folsäure und Vitamin B12 und untersuchen deren Zusammenhang mit der Hirnleistungsfähigkeit. Sowohl niedrige Vitamin-B12-Spiegel wie auch niedrige Folsäurespiegel waren mit schlechteren kognitiven Funktionen in dieser Studienpopulation assoziiert. Ein Vitamin-B12-Mangel war relativ häufig. Neuen Prozent der Studienteilnehmer hatten Vitamin-B12-Konzentrationen unter 200 Nanogramm/Liter.

 

Vitamin-D-Supplementierung verbessert oxidativen Stress

Wissenschaftler aus China untersuchten in einer zwölfmonatigen Doppelblindstudie den möglichen Effekt einer Vitamin-D-Supplementierung auf kognitive Funktionen bei Patienten mit milder kognitiver Störung. Sie konnten nachweisen, dass die Vitamin-D-Supplementierung die kognitiven Funktionen infolge Reduzierung von oxidativem Stress verbesserte. In der Vitamin-D-Gruppe war die Telomerenlänge der Leukozyten signifikant höher als in der Placebogruppe. Die Länge der Telomere ist ein Maßstab für das biologische Alter.

 

Vitamin-D-Spiegel und Hirnvolumen

Wissenschaftler aus Norwegen und Schweden konnten mittels Kernspintomografie nachweisen, dass ein höherer Vitamin-D-Spiegel mit einem höheren Masse an grauer Hirnsubstanz assoziiert war. Eine höhere Vitamin-D-Konzentration hat offensichtlich einen Schutzeffekt auf die Masse der grauen Hirnsubstanz.

 

Neuropsychiatrische Effekte eines Vitamin C Mangels

Australische Wissenschaftler publizierten einen systematischen Übersichtsartikel zu den Auswirkungen eines Vitamin-C Mangels auf die Gehirnfunktion. In die Auswertung wurden neun Studien einbezogen. Es gibt eine Evidenz dafür, dass ein Vitamin-C- Mangel sowohl die Stimmung wie auch kognitive Funktionen nachteilig beeinflusst. Bei mentalen Störungen sollte immer auch ein möglicher Vitamin-C-Mangel in Betracht gezogen werden.

 

Referenzen: